Programm / Tickets

Freitag, 26. Mai 2017 19:00

15. Orgelnacht

19.00 Uhr Dom zu Halle: Gerhard Noetzel an der Stephani-Orgel von 1799


20.00 Uhr St. Moritzkirche: Thorsten Pech an der Sauer-Orgel von 1925


21.00 Uhr Konzerthalle Ulrichskirche: Martin Stephan an der Sauer-Orgel von 1980


22.00 Uhr Marktkirche zu Halle: Irénée Peyrot an der Schuke-Orgel von 1984


In Kooperation mit dem "Kirchentag unterwegs"

Wäldner-Orgel im Dom zu Halle

In der halleschen Werkstatt Friedrich Wilhelm Wäldners und seines Sohnes August Ferdinand Wäldner wurde im Jahre 1851 deren größtes Instrument hergestellt. Mit 33 über zwei Manuale und Pedal verteilten Registern in einem eindrucksvollen Gehäuse gilt sie damit neben der weltberühmten Ladegast-Orgel im Merseburger Dom als musikgeschichtlich bedeutendste Großorgel des mittleren 19. Jahrhunderts in Sachsen-Anhalt. Die Disposition wurde nachweislich von dem damaligen Magdeburger Domorganisten August Gottfried Ritter entworfen, einem der brillantesten Orgelkomponisten und -improvisatoren seiner Zeit. Damit ist die Wäldner-Orgel ein herausragendes Zeugnis für eine Phase der Musikgeschichte, in der Orgelspiel und Orgelkomposition in Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt, Julius Reubke, Robert Schumann und Johannes Brahms auf einen neuen Höhepunkt nach Bach emporstiegen.

Durch verschiedene Umdisponierungen der Orgel im vergangenen Jahrhundert ist viel von dem ursprünglichen Klangbild verloren gegangen. Nun soll die Disposition von 1851 wieder rekonstruiert werden. Anhand erhaltener Wäldner-Orgeln im Umkreis von Halle und den vorhandenen historischen Aufzeichnungen können die meisten Register nachgebaut werden. Ca.

600.000 Euro sind für die Restaurierung veranschlagt, dreiviertel der Summe sind schon zusammen. Der Förderkreis der Domgemeinde bittet um weitere finanzielle Unterstützung, damit dieser Traum Wirklichkeit wird.

Weiterführende Informationen zur Domorgel und zum
Restaurierungsfortschritt: www.ekm-reformiert.de/waeldnerorgel-halle/

 

Thorsten Pech, Kantor

Seit nunmehr 40 Jahren ist der gebürtige Elberfelder Thorsten Pech als Konzertorganist,
Dirigent, Chorleiter und Kantor tätig. Nach seinem Kirchenmusikstudium (Abschluss mit
dem Kantorenexamen 1980) und dem darauf aufbauenden Orgel-Konzertfachstudium in
Düsseldorf (Examen 1983) zog es ihn in die Welt zur Dirigentenausbildung nach Wien
(Examen 1985). Ein Musiker in den Welten ist er geblieben, ob als konzertierender
Organist, z.B. in Japan, Russland, Polen und den westeuropäischen Nachbarländern,
dabei schon zweimal an der Hauptorgel des Petersdoms in Rom, oder als Dirigent im
Oratorien- und sinfonischen Bereich. Dennoch ist Thorsten Pech seinen rheinischen
Wurzeln treu geblieben – seit 1977 ist er als Kantor und Organist tätig, aktuell an der Alten
luth. Kirche am Kolk und der Friedhofskirche in Wuppertal. 1989 übernahm er als
Künstlerischer Leiter den Bachverein Düsseldorf und seit 2003 als Chordirektor und
Dirigent den Konzertchor der Volksbühne Wuppertal. Mit beiden Chören führte er 2017
Bachs h-Moll-Messe in der Hist. Stadthalle Wuppertal und in Düsseldorf zusammen mit
dem Sinfonieorchester Wuppertal auf.
Seine musikalischen Schwerpunkte auf der Orgel liegen im Bereich der frühbarocken
Literatur ebenso wie der Werke des 19. Jahrhunderts. (u.a. mit Aufführungen des
gesamten Orgelwerks Rheinbergers und aller Orgelsonaten von Guilmant). Als
Improvisator an der Orgel ist er sehr geschätzt und geachtet. Seine eigenen zahlreichen
Kompositionen - vornehmlich in der Besetzung „Trompete&Orgel“ und im chorischen
Bereich - werden im größeren, auch internationalen Konzertrahmen aufgeführt oder
gesendet, zuletzt wieder beim Semper-Opernball in Dresden oder bei den Lux-
Festspielen.
Aufgrund seiner langjährigen überregionalen Tätigkeit wurde Thorsten Pech 1998 vom
Fachverband Deutscher Berufschorleiter zum „Musikdirektor“ ernannt,
2016 war er Preisträger der Enno und Christa Springmann Stiftung.

Martin Stephan

AlsThomaner galt das Leben des Martin Stephan bereits im Kindesalter der Musik. Nach einem Studium in Eisenach ging er nach Weimar und belegte dort die Fächer Orgel und Dirigieren an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“. Dieses ergänzte er durch eine zusätzliche Ausbildung zum Carilloneur in Vilnius und Kaunas. Seine künstlerische Laufbahn  begann er mit einer Kapellmeisterstelle an den Städtischen Bühnen zu Erfurt. Anschließend übernahm er das Amt des Organisten an den Erfurter Museen sowie die des Carilloneur am Glockenspiel „ Bartholomäusturm“. 1986 begann Stephan seine langjährige Tätigkeit als Organist der Konzerthalle Ulrichskirche und bis  2002  als  Carilloneur  am  Roten  Turm  Halle/Saale.  Von  1997  bis  2002  war  er  zudem Titualorganist an St. Georgen in Eisenach, der Taufkirche Johann Sebastian Bach Stephans Lehrtätigkeit fand ihren Anfang bereits während seiner Erfurter Zeit, allerdings an der Musikhochschule in Weimar, wo er von 1976 bis 1989 die Fächer Orgel, Dirigieren und Schulmusik unterrichtete und als Assistent dem Kammerchores unter  Gert Frischmuth diente. Drei Jahre nach dem Wechsel nach Halle verlegte Stephan auch seine Lehrtätigkeit dorthin, an die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle mit den Fächern Orgel-Literatur, Improvisation und Chorleitung sowie der Leitung des Hochschulchores. Im Jahre 2003 wechselte er erneut seinen Wirkungsort mit der Übernahme der  Kantoren- und Organistenstelle an  St. Nicolai in  Westerland auf Sylt bis 2016. Von dort aus unternimmt Martin Stephan auch Konzertreisen als Organist nach Frankreich, Italien, Belgien, Ungarn, Russland, Polen, das ehemalige Jugoslawien und die USA. Innerhalb Deutschlands genoss Stephan auch die Zusammenarbeit mit dem  Philharmonisches Staatsorchester Halle, heute Staatskapelle Halle, Regelmäßig kehrt er während der Händel-Festspiele an die Konzerthalle Ulrichskirche zurück.

 
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Marktkirche zu Halle, Schuke-Orgel
Martin Stephan
Orgelnacht Marktkirche
Orgelnacht Marktkirche