Programm / Tickets

Samstag, 25. November 2017 16:00, Oper Halle

„Die Nachtigall des Zaren“ (Premiere)

Inszenierte Lesung mit Arien der Barockzeit

"Die Nachtigall des Zaren" erzählt die faszinierende Lebensgeschichte des Star-Kastraten Filippo Balatri, basierend auf dessen berührend-persönlicher und bissig-spöttischer Autobiographie: Ein "Roadmovie des Barock" über den höfischen Alltag, die europäische Kunstszene und die Strapazen des Reisens im 17. Jahrhundert zwischen Pisa und St. Petersburg, London und Düsseldorf, Paris, München und Wien sowie der kalmückischen Steppe. Zehn Jahre hatte der Sopranist Filippo Balatri bereits eine Stellung bei der Münchner Hofkapelle am Hofe Max Emanuels inne, als er zur Feder griff und begann, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Zwei Manuskripte sind heute erhalten: "Vita e Viaggi di F.B.", eine Prosafassung der Memoiren, und "Fruti del Mondo", eine Autobiographie in Versform. Die Autorin Christine Wunnicke hat auf Grundlage dieser Manuskripte Balatris Lebensweg detailgenau rekonstruiert. Der Schauspieler Robert Joseph Bartl liest aus dem Buch Die Nachtigall des Zaren, das die abwechslungsreiche Lebensgeschichte anekdotenreich und mit Originaltexten aus Balatris Autobiographie entfaltet.

"Während vielen die Beschaffenheit ihres Kehlkopfes oder eine von Natur aus zu wenig süße Stimme verbietet, eine Nachtigall zu imitieren, war es mir ein Leichtes, die wehmütigen Tonfolgen nachzuahmen, die dieses Tierchen zu singen pflegt. Ich hatte ja in London eine Nachtigall in meinem Zimmer, und ich verliebte mich dort so in ihren Gesang, dass ich, zunächst nur zum Spaß, ihre Strophen zu studieren begann, bis ich sie dann eines Tages wirklich nachsingen konnte."

Begleitet von einem Kammerensemble auf historischen Instrumenten singt der Countertenor Leandro Marziotte Arien, die auch aus Balatris Repertoire stammen könnten, vorwiegend von Georg Friedrich Händel. Der Schauspieler Robert Joseph Bartl war langjähriges Ensemblemitglied am Schauspiel Frankfurt, am Düsseldorfer Schauspielhaus sowie am Münchner Residenztheater. Im Film wurde Bartl bekannt als Pfarrer Behrend in M. H. Rosenmüllers Wer früher stirbt, ist länger tot. Außerdem ist er regelmäßig im Tatort aus München als Pathologe Dr. Steinbrecher zu sehen.

Karten: 18 €

Zurück zum Programm