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Sonntag, 11. Juni 2017 17:00, Steintor Varieté

Deutsche Messe (Uraufführung)

Georg Friedrich Händel: "The King shall rejoice"

Georg Friedrich Händel: Coronation Anthem Nr. 3 "The King shall rejoice"
Stefan Heucke: Deutsche Messe für Soli, Chor und Orchester
Vertonung des Ordinarium missae in der Übersetzung von Norbert Lammert
(Auftragswerk des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin)

Anlässlich von 500 Jahren Reformation kommt unter der Leitung von Steven Sloane eine ökumenische Uraufführung heraus: Der Protestant Stefan Heucke hat den vom Katholiken Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages und Schirmherr der Händel-Festspiele 2014, neu ins Deutsche übersetzten Text des „Ordinarium Missae" vertont. „Als Ordinarium (lat.das Regelmäßige, stets Wiederkehrende) werden die in jedem Gottesdienst gleichbleibenden Elemente bezeichnet“ (Wikipedia). In seinen Übersetzungen versucht Norbert Lammert wichtige Akzente zu setzen und Bekanntes behutsam infrage zu stellen Der expressive Komponist und Musiker Stefan Heucke schöpft in seinen Werken oft aus der Tradition und schafft so Neues. Aus den Texten heraus entwickelt der Tonsetzer – im wahrsten Sinne des Wortes – fesslelnde Klangvisionen von großer Kraft. So kann man auf diese Uraufführung sehr gespannt sein. Zur Einstimmung auf diese spannende musikalische Begegnung im Rahmen des Reformationsjubiläums erklingt Händels monumentales Coronation Anthem „The King shall rejoice“.
 

Stefan Heucke

Stefan Heucke studierte bei Professor Renate Werner. 1982 wechselte er zum Musik-Studium nach Dortmund, wo er bei Professor Arnulf von Arnim Klavier und bei Professor Gerhart Schäfer Tonsatz und Komposition studierte. Stefan Heucke hat sich stets als Komponist verstanden und komponierte ab 1985 für die Rundfunkanstalten SR, WDR und den SDR. Von 1989 bis 2002 hatte er einen Lehrauftrag an der Staatlichen Hochschule für Musik Detmold in Dortmund. Zahlreiche seiner Kompositionen wurden in dieser Zeit auch im Ausland aufgeführt, etwa in Moskau, Paris, Lissabon und Rio de Janeiro. 1996 bekam Heucke von der Werner-Richard-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung für zwei Jahre ein Stipendium. In diesem Jahr begann Schott Musik International, Stefan Heuckes Partituren zu veröffentlichen. Ab 1998 folgten zahlreiche CD-Produktionen. 2001 führte das Große Haus des Musiktheaters Gelsenkirchen Heuckes Tanzoratorium „Die Ordnung der Erde“ (op. 30) erstmals auf. Zu diesem Stück ließ sich Heucke vom „Gilgamesch-Epos“ inspirieren. Inszeniert und choreographiert wurde es von Bernd Schindowski. Stefan Heucke sucht die Verbindung von Sprache und Musik und nimmt sich häufig literarischer Texte an. Seine Werke belaufen sich bis 2006 auf knapp 50 Lieder für Stimme und verschiedene Besetzungen, Orchesterwerke (Sinfonien, Konzerte, Werke für Stimme und Orchester), Kammermusik, geistliche Musik und zwei abendfüllende Werke für das Musiktheater. 2004 erhielt Heucke den Kompositionsauftrag der Städtischen Bühnen Krefeld/Mönchengladbach und Stipendium der Werner Richard – Dr. Carl Dörken – Stiftung für die Oper „Das Frauenorchester von Auschwitz“. 2005 bis 2006 wirkte Stefan Heucke als Composer in Residence an der Universität Witten Herdecke. Im November 2007 wurde Heucke mit dem alle sechs Jahre vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe vergebenen Hans-Werner-Henze-Preisausgezeichnet. In der Spielzeit 2010/2011 war Heucke Composer-in-Residence der "Niederrheinischen Sinfonie" in Krefeld/Mönchengladbach. Im Jahr 2011 komponierte Heucke die Musik zu einem Oratorium über das Leben des Seligen Nikolaus Groß, zu dem sein Bruder Clemens Heuckedas Libretto schrieb. Heuckes Werke erscheinen bei Schott Music.

Steven Sloane (Musikalische Leitung)

Der aus Los Angeles stammende Dirigent und ehemalige Schüler von Eugene Ormandy, Franco Ferrara und Gary Bertini hat sich nicht nur mit seiner künstlerischen Arbeit, sondern auch mit seinem kulturpolitischen Engagement einen Namen gemacht. In der Saison 2014/2015 feierte Steven Sloane sein 20-jähriges Jubiläum als Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker, die unter seiner Leitung zu einem der führenden Orchester Deutschlands avancierten und aktuell ihr eigenes Musikzentrum beziehen konnten. Bereits 2006 feierten er und sein Orchester mit der spektakulären Ruhrtriennale-Produktion von Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ einen außergewöhnlichen Erfolg. Als künstlerischer Direktor von „Ruhr 2010“ verhalf er der Region zu vielfältigen kulturellen Impulsen. Im September 2014 war er erneut bei der Ruhrtriennale zu Gast und leitete Heiner Goebbels' Abschiedsproduktion „Surrogate Cities“. Vielseitigkeit prägte auch seine Arbeit als Musikdirektor des Spoleto Festival in Charleston von 1996 bis 2000 und bei der Opera North in Leeds, die er von 1999 bis 2003 leitete. Er wirkte zudem als Chefdirigent des American Composers Orchestra und des Stavanger Symphony Orchestra und gastiert bei renommierten Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, San Francisco Symphony Orchestra, Sydney Symphony, Tokyo Metropolitan Orchestra, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, City of Birmingham Symphony Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France und Chicago Symphony Orchestra. Darüber hinaus ist er ein gefragter Operndirigent und wird an die großen Häuser engagiert, darunter Covent Garden, Los Angeles, San Francisco, Amsterdam, Lausanne und Stuttgart sowie bei Festivals in Hong Kong, Santa Fe und Salzburg. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählen „Die Liebe zu den drei Orangen“ an der Deutschen Oper Berlin, die amerikanische Erstaufführung der Oper „Anna Nicole“ von Mark-Anthony Turnage an der Brooklyn Academy of Music sowie die Koppelung von „Herzog Blaubarts Burg“ und „Dido und Aeneas“ in der Regie von Barrie Kosky an der Oper Frankfurt und der L. A. Opera. Seit September 2013 ist Steven Sloane Professor für Dirigieren an der Universität der Künste Berlin.

Juliane Banse (Sopran)

Die in Süddeutschland geborene und in Zürich aufgewachsene Sopranistin nahm zunächst Unterricht bei Paul Steiner, später bei Ruth Rohner am Opernhaus Zürich und vervollständigte dann ihre Studien bei Brigitte Fassbaender und Daphne Evangelatos in München. Ihr Operndebüt hatte die damals Zwanzigjährige als Pamina in der „Zauberflöten“-Inszenierung von Harry Kupfer an der Komischen Oper Berlin. Es folgten Engagements u. a. in Brüssel, Salzburg, Glyndebourne, München, Lyon und an der Wiener Staatsoper. Gefeiert wurde ihr Auftritt als Schneewittchen bei der Uraufführung der gleichnamigen Oper von Heinz Holliger 1998 in Zürich. Seither hat sich die Sängerin auch international einen Namen gemacht und wurde nach Chicago und an die Metropolitan Opera New York eingeladen. Ihr Repertoire umfasst u. a. die Rollen der „Figaro“-Gräfin, Fiordiligi in „Così fan tutte“, Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“, Tatjana in „Eugen Onegin“, Donna Elvira in „Don Giovanni“, Vitellia in „La Clemenza di Tito“, Leonore in „Fidelio“ sowie die Titelpartien der „ Arabella“ und „Genoveva“. Auch als Konzertsängerin hat Juliane Banse mit namhaften Dirigenten zusammen gearbeitet, darunter Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Bernard Haitink, Franz Welser-Möst, Mariss Jansons und Zubin Mehta. Konzerthöhepunkte der letzten Zeit waren Grigory Frids „Tagebuch der Anne Frank“ mit dem Klangforum Wien sowie die Uraufführung von Manfred Trojahns neuem Werk „ Four women from Shakespeare“ bei den Salzburger Osterfestspielen 2016. Auf einer Konzertreise nach Pilsen, Budapest und Belgrad war die Sopranistin mit Strauss' „Vier letzten Liedern“, Wagners „ Wesendonck-Liedern“ und in Mahlers Vierter Sinfonie zu erleben. Liederabende mit dem Pianisten Martin Helmchen führten sie nach Brügge, Leuven, Köln und zu der Schubertiade Schwarzenberg / Hohenems. Von den zahlreichen preisgekrönten CD-Einspielungen erhielten zwei den ECHO Klassik. Mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern hat sie Beethovens „Fidelio“ eingespielt und als Agathe bei der Filmoper „Hunter’s Bride“ mitgewirkt, die basierend auf Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ gemeinsam mit dem London Symphony Orchestra unter Daniel Harding entstand.

Birgit Remmert (Mezzosopran)

Die aus Braunschweig stammende Sängerin studierte bei Helmut Kretschmar an der Hochschule für Musik Detmold und begann ihre Karriere 1992 als Ensemblemitglied an der Zürcher Oper. Auch als freischaffende Künstlerin blieb sie dem Opernhaus Zürich durch zahlreiche Engagements verbunden. Darüber hinaus machte sie sich als Wagner-Interpretin einen Namen und sang bei den Bayreuther Festspielen 2000 in der „Ring“-Inszenierung von Jürgen Flimm unter der Leitung von Giuseppe Sinopoli sowie 2001 an der Seite von Placido Domingo. Auch an der Dresdner Semperoper war Birgit Remmert im „Ring des Nibelungen“ zu erleben. Zudem sang sie großen Partien an so bedeutenden Opernhäuser wie der Wiener Staatsoper, dem Teatro Real in Madrid, dem Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel und der Bayerischen Staatsoper in München sowie mehrfach bei den Salzburger Festspielen. Zahlreiche Gastspiele und Liederabende führten sie durch Europa, nach Australien, Japan und in die USA, darunter in die Carnegie Hall und zu den BBC Proms. Dabei arbeitete sie mit international renommierten Dirigenten zusammen wie Claudio Abbado, Vladimir Ashkenazy, Riccardo Chailly, Charles Dutoit, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Kurt Mazur, Kent Nagano, Sir Simon Rattle, Giuseppe Sinopoli und Christian Thielemann. Zu den Höhepunkten ihrer Konzerttätigkeit gehören die Weihe der wiederaufgebauten Dresdner Frauenkirche, wo sie in Beethovens Missa solemnis zu hören war, sowie die Einladung zu einem Konzert im Vatikan zu Ehren von Papst Johannes Paul II. Zahlreiche Opernaufführungen mit Birgit Remmert sind bisher auf DVD erschienen sowie mehr als 30 CD-Veröffentlichungen, darunter drei Solo-Alben.

Tilman Lichdi (Tenor)

Der Tenor studierte zunächst Trompete bei Günther Beetz in Mannheim und wechselte 1999 zum Gesangsstudium nach Würzburg zu Charlotte Lehmann. Von 2005 bis 2013 war er Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg. Inzwischen hat er sich als bedeutender Lied- und Bach-Interpret etabliert, wobei er besonders als Evangelist in Bachs Oratorien und Passionen gefeiert wird. Tilman Lichdi hat Konzerte in Europa, den USA, Australien und Südamerika gesungen unter namhaften Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Frieder Bernius, Hervé Niquet, Hartmut Haenchen, Kent Nagano, Hans-Christoph Rademann und Teodor Currentzis. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Ton Koopman, der ihn regelmäßig für Tourneen, Konzerte und CD-Produktionen engagiert. Weitere Gastauftritte führten ihn u. a. zu den New Yorker und den Münchner Philharmonikern, dem Chicago und Melbourne Symphony Orchestra, dem Nationalorchester Madrid, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Orchestre national de Lyon. Im Bereich des Musiktheaters war der Sänger in prominenten Rollen zu erleben, darunter Tamino in „Die Zauberflöte“, David in „Die Meistersinger von Nürnberg“, Steuermann in „Der fliegende Holländer“, Ferrando in „Cosi fan tutte“, Belmonte in „Die Entführung aus dem Serail“ und Don Ottavio in „Don Giovanni“. Unter der Leitung von Teodor Currentzis war Tilman Lichdi an der CD-Produktion des „Don Giovanni“ mit dem Ensemble Musica Aeterna beteiligt, die in Kürze bei Sony Classics erscheinen wird. Weitere Veröffentlichungen unter seiner Mitwirkung sind die Matthäuspassion mit Frieder Bernius und dem Musikpodium Stuttgart, die Ersteinspielung der Oper „ Der Berggeist“ von Franz Danzi unter der Leitung von Frieder Bernius sowie eine DVD|CD-Produktion der Johannespassion mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks unter Peter Dijkstra. Zudem ist der Tenor auf mehreren Alben der ambitionierten Gesamtaufnahme der Werke Buxtehudes zu hören, die unter der Leitung von Ton Koopman entstanden ist. Tilman Lichdi ist Träger des Bayerischen Kunstförderpreises 2012 im Bereich Darstellende Kunst.

Michael Nagy (Bass)

Michael Nagy erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. Später studierte er in Stuttgart, Mannheim und Saarbrücken Gesang bei Rudolf Piernay, Liedgestaltung bei Irwin Gage sowie Dirigieren. Seine Ausbildung rundete er in Meisterkursen bei Charles Spencer, Rudolf Piernay und Cornelius Reid ab. 2004 gewann er zusammen mit der Pianistin Juliane Ruf den Internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart. Als Opernsänger wurde Michael Nagy zunächst Ensemblemitglied an der Komischen Oper Berlin, wechselte später an die Oper Frankfurt und erhielt Gastengagements an den großen Opernhäusern in Oslo, München, Zürich, Wien und Berlin sowie bei den Bayreuther Festspielen. Sein Rollendebüt als Eugen Onegin führte ihn ans Grand Théâtre de Genève und anschließend an die Bayerische Staatsoper. In Baden-Baden sang er mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle bei den Pfingstfestspielen 2013 den Papageno in „Die Zauberflöte“ sowie anlässlich der Osterfestspiele 2016 seinen ersten Kurwenal in Wagners „Tristan und Isolde“. Einen herausragenden Erfolg feierte er als Stolzius in der als Opernproduktion des Jahres 2014 gekürten Münchner Inszenierung von Zimmermanns „ Die Soldaten“ unter der Leitung von Kirill Petrenko. Auch für Konzert- und Oratorienpartien ist Michael Nagy weltweit gefragt. Engagements führten den Bariton zu den Berliner Philharmonikern, zum Konzerthausorchester Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Mozarteum Orchester, dem NHK Symphony Orchestra, dem Sydney Symphony Orchestra, National Symphony Orchestra in Washington sowie dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Unlängst war er als Elias auf mehreren deutschen Konzertbühnen zu erleben. Helmuth Rilling, Ádám Fischer, Paavo Järvi, Alan Gilbert, Christoph Eschenbach, Philippe Herreweghe und Daniele Gatti zählen zu seinen musikalischen Partnern. Mit dem Pianisten Gerold Huber arbeitet er fest zusammen und gibt regelmäßig Liederabende.

Rundfunkchor Berlin

Mit seinen rund 60 Konzerten jährlich, CD-Einspielungen und Gastauftritten bei internationalen Festivals zählt der Rundfunkchor Berlin zu den herausragenden Chören der Welt. Allein drei Grammy Awards stehen für die Qualität seiner Aufnahmen. 1925 gegründet, feierte er im letzten Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Sein breit gefächertes Repertoire, ein flexibles, reich nuanciertes Klangbild, makellose Präzision und packende Ansprache machen den Profichor zum gefragten Partner bedeutender Orchester und Dirigenten, darunter Sir Simon Rattle, Christian Thielemann oder Daniel Barenboim. In Berlin ist der Chor ständiger Partner der Berliner Philharmoniker sowie des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Internationales Aufsehen erregt der Rundfunkchor Berlin auch mit seinen interdisziplinären Projekten, mit denen er Chormusik neu erlebbar macht. Zum Meilenstein wurde Jochen Sandigs szenische Umsetzung des Brahms-Requiems: Das „Human requiem“ ist weiterhin auf internationalen Gastspielen zu erleben. Christian Josts 2014 im Kraftwerk Berlin uraufgeführtes Musik-Tanz-Theater „Lover“ ging im Frühjahr 2016 auf Asientournee. Im Zusammenspiel von Film und Klang begaben sich der Chor und das DSO mit „Cosmic lights“ im Kosmos Berlin auf die Spurensuche von Himmelsphänomenen wie dem Nordlicht. Mit seinen Mitsingformaten wie dem großen Mitsingkonzert in der Berliner Philharmonie und der Liederbörse für Berliner Schülerinnen und Schüler sowie der breit angelegten Bildungsinitiative „SING!“ möchte der Rundfunkchor Berlin möglichst viele Menschen zum Singen bringen.

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin zählt zu den herausragenden Klangkörpern der bundesdeutschen Hauptstadt, seit 70 Jahren strahlt es über die Grenzen Deutschlands hinaus in die Welt. Durch seine Stilsicherheit, sein Engagement für Gegenwartsmusik, mit Rundfunk-, CD- und Fernsehproduktionen sowie durch bedeutende Dirigentenpersönlichkeiten, die es an sich zu binden verstand, hat es sich einen exzellenten Ruf erworben. Gegründet 1946 als RIAS-Symphonie-Orchester, wurde es 1956 in Radio-Symphonie-Orchester Berlin umbenannt. Seinen heutigen Namen trägt es seit 1993. Ferenc Fricsay definierte als erster Chefdirigent Maßstäbe im Repertoire, im Klangideal und in der Medienpräsenz. 1964 übernahm der junge Lorin Maazel die künstlerische Verantwortung, 1982 folgte Riccardo Chailly und 1989 Vladimir Ashkenazy. Kent Nagano wurde 2000 zum Chefdirigenten berufen. Seit seinem Abschied 2006 ist er dem Orchester als Ehrendirigent verbunden. Von 2007 bis 2010 setzte Ingo Metzmacher als Nachfolger Naganos mit progressiver Programmatik und konsequentem Einsatz für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts Akzente im hauptstädtischen Konzertleben. Von 2012 bis 2016 war Tugan Sokhiev Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin; mit Beginn der Saison 2017|2018 folgt ihm der 32-jährige Brite Robin Ticciati auf dieser Position nach. Im Rahmen zahlreicher Gastspiele ist das DSO kontinuierlich im internationalen Musikleben präsent. Konzertreisen führten das Orchester nach Russland, Asien, Nord- und Sudamerika sowie in den Libanon. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle und dem Auswärtigen Amt gastierte es in den letzten Jahren in Brasilien und Argentinien, in Japan, China, Malaysia, Abu-Dhabi und in Osteuropa. Neben Auftritten bei nationalen und internationalen Festspielen wie dem Rheingau Musik Festival, dem Edinburgh International Festival, den Salzburger Festspielen, den BBC Proms und dem Beethovenfest Bonn ist das DSO regelmäßig in den großen Konzertsälen Europas zu erleben. In der Spielzeit 2015|2016 reist das Orchester u. a. erneut nach Asien, nach Südkorea und Japan. Auch mit zahlreichen ausgezeichneten CD-Einspielungen ist das DSO weltweit präsent. 2011 erhielt es für die Erstaufnahme von Kaija Saariahos Oper „L’amour de loin“ unter Naganos Leitung einen Grammy Award. Im Juni 2014 erschien bei Sony Classical mit Prokofjews „Iwan der Schreckliche“ die von der Fachpresse hochgelobte erste gemeinsame CD mit Tugan Sokhiev. Etliche Opernmitschnitte aus dem Festspielhaus Baden-Baden und von den Salzburger Festspielen sind als DVD bei Arthaus Musik erhältlich. Als „orchestralen Think Tank“ hat die Süddeutsche Zeitung einst das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter den hauptstädtischen Klangkörpern hervorgehoben, womit auf die beziehungsreiche Dramaturgie der Konzertprogramme, den Einsatz für die Musik der Gegenwart sowie auf stetige Repertoireentdeckungen angespielt wurde – und auf den Mut zu ungewöhnlichen Musikvermittlungsformen, der es bis heute auszeichnet. So holt das DSO durch das Konzertformat der moderierten Casual Concerts mit anschließender Lounge seit neun Jahren die Kunst näher an den Puls des modernen Lebens. 2014 richtete es den ersten „Symphonic Mob“ aus und brachte damit mehr als 400 Musikenthusiasten mit Musikerinnen und Musikern aus den eigenen Reihen im Auswärtigen Amt zu einem gemeinsamen Auftritt zusammen. Neue Impulse setzte das Orchester im selben Jahr auch mit der Ausrichtung eines Remix-Wettbewerbs, der bei musikbegeisterten DJs und Arrangeuren weltweit auf einzigartige Resonanz stieß. Beide Erfolgsformate erfahren in der Saison 2015/2016 eine Fortsetzung. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (roc berlin) in der Trägerschaft von Deutschlandradio, der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Berlin und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Karten: Freie Platzwahl - 20, Studenten 15 €

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